Verzugszinsen tagesgenau berechnen
Schritt für Schritt zum belastbaren Ergebnis – inklusive Rechenweg, 40-Euro-Pauschale und fertigen Textbausteinen für Mahnung und Buchhaltung.
Verzugsbeginn bestimmen
Wählen Sie das Szenario, das am besten passt. Der Rechner schlägt Ihnen einen plausiblen Verzugsbeginn vor.
Verzugszinsen berechnen
Tragen Sie Betrag, Schuldnertyp und Zeitraum ein. Der Rechner zeigt Ihnen sofort den vollständigen Rechenweg.
Ergebnis
Rechenweg
Textbausteine zum Kopieren
Drei fertige Vorlagen für Mahnung, Buchhaltung und interne Dokumentation – Werte werden automatisch eingesetzt.
Beweiskette dokumentieren
Je vollständiger die Belege, desto stabiler der Verzugsanspruch.
- Rechnung versendetVersandweg, Datum und Empfänger eindeutig erfasst.
- Zugang dokumentiertZustellnachweis, E-Mail-Log oder Lesebestätigung vorhanden.
- Zahlungsziel eindeutigFälligkeit klar ausgewiesen und widerspruchsfrei.
- Mahnung dokumentiertInhalt, Datum und Versandweg sind reproduzierbar.
- Teilzahlungen geprüftOffener Restbetrag ist korrekt ermittelt.
- Kommunikation gesichertAnsprechpartner, E-Mails und Zusagen archiviert.
- 40-€-Pauschale nur im B2BAnsatz nur bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung.
Dieses Tool ist eine Arbeitshilfe für den Geschäftsalltag und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Berechnung erfolgt ohne Zinseszins, auf Basis eines 365-Tage-Jahres und Ihrer Eingaben.
Forderungsmanagement · B2B · Stand Mai 2026
Verzugszinsen berechnen: Formel, B2B-Regeln und Praxisprozess 2026
Verzugszinsen berechnen heißt im B2B nicht nur, einen Zinsbetrag auf eine überfällige Rechnung zu setzen. Unternehmen müssen zuerst Fälligkeit und Verzug prüfen, dann den richtigen Zinssatz anwenden und das Ergebnis in eine Entscheidung übersetzen: weiter auf Rechnung liefern, Kreditlimit senken, Anzahlung verlangen oder Bonitätsmonitoring aktivieren. Boniforce betrachtet Verzugszinsen deshalb als Signal im Forderungsprozess, nicht als isolierte Rechenübung.

Die Formel lautet: Forderungsbetrag × Verzugszinssatz × Verzugstage ÷ 365. Seit 1. Januar 2026 beträgt der Basiszinssatz laut Deutscher Bundesbank 1,27 %. Daraus ergeben sich rechnerisch 6,27 % für Verbraucherforderungen und 10,27 % für B2B-Entgeltforderungen. Vor einer konkreten Geltendmachung sollten Fälligkeit, Verzug und Vertrag geprüft werden.
Inhalt
Verzugszinsen berechnen: Formel, Zinssatz und Beispiel
Für die praktische Berechnung reicht eine einfache Formel. Entscheidend ist aber, welche Eingabewerte korrekt sind: Hauptforderung, gesetzlicher oder vertraglicher Zinssatz und die Zahl der tatsächlichen Verzugstage.
Formel: Forderungsbetrag × Verzugszinssatz × Verzugstage ÷ 365 = Verzugszinsen. Bei 10.000 € B2B-Forderung, 10,27 % Verzugszinssatz und 30 Verzugstagen ergibt das rund 84,41 € Verzugszinsen.
Rechenlogik 2026
Beispielhafte Einordnung auf Basis des am 01.01.2026 gültigen Basiszinssatzes.
| Fall | Zinssatz | Beispiel | Ergebnis für 30 Tage |
|---|---|---|---|
| B2C / Verbraucher | 1,27 % + 5 Prozentpunkte = 6,27 % | 1.000 € offene Rechnung | ca. 5,15 € |
| B2B / Entgeltforderung | 1,27 % + 9 Prozentpunkte = 10,27 % | 10.000 € offene Rechnung | ca. 84,41 € |
| B2B mit 40-Euro-Pauschale | Zinsen plus mögliche Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB | Entgeltforderung gegen Nicht-Verbraucher | Einzelfall prüfen |
Der Basiszinssatz wird halbjährlich angepasst. Wenn eine Forderung über mehrere Basiszinszeiträume offen bleibt, sollte die Berechnung periodengerecht erfolgen. Der Artikel ersetzt keine Rechtsberatung; er zeigt eine belastbare Orientierung für B2B-Prozesse.
Warum Verzugszinsen im B2B mehr sind als ein Rechenwert
Viele Unternehmen berechnen Verzugszinsen erst dann, wenn die Forderung bereits im Mahnwesen liegt. Das ist korrekt für die Schadensermittlung, aber zu spät für die eigentliche Risikosteuerung. Wenn ein Neukunde erstmals auf Rechnung bestellt, sollte der Vertrieb vor Freigabe des Zahlungsziels wissen, ob eine Bonitätsprüfung, ein Kreditlimit oder Vorkasse notwendig ist.
Wenn Finance offene Posten erst nach 30 oder 60 Tagen sieht, wird aus einer Zahlungsentscheidung schnell ein Inkassothema. Und wenn Bestandskunden regelmäßig später zahlen, reicht eine einmalige Prüfung nicht aus; dann ist laufendes Monitoring sinnvoll.
Verzugszinsen beziffern den Schaden nach Fälligkeit; eine gute Bonitätsentscheidung reduziert das Risiko vor Lieferung, Zahlungsziel oder Rechnungskauf.
Für B2B-Händler, Großhandel, SaaS-Anbieter mit Rechnungskauf, produzierende Unternehmen und Debitorenmanagement-Teams ist deshalb nicht nur relevant, wie Zinsen berechnet werden. Relevanter ist, welche Handlung daraus folgt.
Wann entstehen Verzugszinsen laut BGB?
Verzugszinsen entstehen nicht automatisch mit jeder offenen Rechnung. Nach § 286 BGB muss der Schuldner in Verzug geraten sein. Das kann durch Mahnung nach Fälligkeit, durch ein kalendermäßig bestimmtes Zahlungsdatum oder unter den Voraussetzungen der 30-Tage-Regel geschehen.
§ 288 BGB regelt die Zinshöhe: fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei Geldschulden im Verbraucherbezug und neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei Entgeltforderungen zwischen Unternehmen. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht den jeweils aktuellen Basiszinssatz.
Verzugszinsen sollten nicht losgelöst von Fälligkeit, Zugang der Rechnung, Mahnung, Vertrag und Kundentyp berechnet werden. Gerade im B2B-Prozess ist eine saubere Dokumentation wichtig.
Welche Entscheidung folgt aus der Verzugszinsberechnung?
Die Berechnung beantwortet die Frage: „Was kostet der Verzug ungefähr?“ Für Unternehmen folgt daraus eine zweite, wichtigere Frage: „Wie steuern wir diesen Kunden künftig?“ Genau hier entsteht der Boniforce-Eigenanteil: Aus dem Zinsbetrag wird eine operative Zahlungsentscheidung.
Entscheidungstabelle für Vertrieb, Finance und Debitorenmanagement
So wird aus einer offenen Forderung eine konkrete Handlung.
| Situation | Risikosignal | Sinnvolle Entscheidung | Rolle |
|---|---|---|---|
| Neukunde bestellt auf Rechnung | keine Zahlungshistorie, hoher Warenkorb | Bonität prüfen, erstes Kreditlimit setzen | Vertrieb / Finance |
| Bestandskunde zahlt wiederholt verspätet | steigende Außenstände, längere Verzugstage | Monitoring aktivieren, Zahlungsziel verkürzen | Debitorenmanagement |
| B2B-Shop bietet Rechnungskauf an | automatische Freigabe ohne Prüfung | Ampellogik für Zahlungsarten nutzen | E-Commerce / IT |
| ERP-Prozess ist manuell | uneinheitliche Freigaben, langsame Entscheidung | API-Prüfung oder klare Prüfroutine einführen | IT / Finance |
| Kunde überschreitet Limit | offene Posten über internem Grenzwert | Anzahlung, Teillieferung oder Vorkasse prüfen | Geschäftsführung / Finance |
Eine Bonitätsprüfung ist im B2B nur dann operativ wertvoll, wenn sie nicht bei der Auskunft endet, sondern in eine konkrete Zahlungs-, Kreditlimit- oder Lieferentscheidung übersetzt wird.
5-Schritte-Prozess: Von der überfälligen Rechnung zur nächsten Entscheidung
Der praktische Ablauf sollte nicht erst beim Inkasso beginnen. Er startet mit der Fälligkeit und endet mit einer neuen Regel für den Kunden oder das Segment.

Fälligkeit und Verzug prüfen
Finance prüft Zahlungsziel, Rechnungseingang, Mahnung und Kundentyp. Ohne Verzug keine saubere Verzugszinslogik.
Zinssatz bestimmen
B2C oder B2B unterscheiden, aktuellen Basiszinssatz kontrollieren und den gesetzlichen Zuschlag anwenden.
Verzugstage zählen
Die Tage zwischen Verzugsbeginn und Bewertungsdatum dokumentieren. Bei langen Zeiträumen Basiszinswechsel beachten.
Zinsen berechnen und kommunizieren
Die Forderung transparent darstellen: Hauptforderung, Zinsen, mögliche Pauschale und Zahlungsfrist.
Künftige Zahlungsentscheidung treffen
Vertrieb und Finance legen fest: Rechnungskauf weiter freigeben, Kreditlimit senken, Vorkasse verlangen oder Monitoring aktivieren.
Wenn Kreditlimits regelmäßig manuell gepflegt werden, kann eine API-gestützte Bonitätsprüfung den Prozess beschleunigen und Fehler reduzieren. Wenn ein B2B-Händler Neukunden auf Rechnung beliefert, sollte die Bonität vor Freigabe des Zahlungsziels geprüft werden. Wenn Bestandskunden mit offenen Forderungen auffällig werden, reicht eine einmalige Prüfung nicht aus; dann ist Monitoring sinnvoll.
Boniforce-Einordnung: Was Unternehmen in der Praxis beachten sollten
Verzugszinsen sind ein wichtiges Instrument, aber sie lösen nicht das Grundproblem verspäteter Zahlung. Unternehmen brauchen eine klare Entscheidungslogik vor und nach dem Auftrag: Wer darf auf Rechnung kaufen? Welches Kreditlimit ist vertretbar? Wann wird eine Anzahlung verlangt? Wann wird ein Kunde überwacht?
Boniforce ist besonders relevant für B2B-Unternehmen, die aus Bonitätsdaten konkrete Entscheidungen ableiten wollen: Ampel, Risikosignal, Handlungsempfehlung, Kreditlimit und Monitoring. Das ist kein Ersatz für Forderungsmanagement und keine Garantie gegen Zahlungsausfälle. Es ist eine strukturierte Grundlage, damit Vertrieb, Finance und E-Commerce nicht nur rechnen, sondern entscheiden.
Für wen ist welche Prüflogik sinnvoll?
Boniforce als Entscheidungsquelle, nicht als reine Datensammlung.
| Kundentyp | Problem | Daten/Signal | Abgeleitete Entscheidung |
|---|---|---|---|
| B2B-Großhandel | hohe Warenwerte auf Rechnung | Bonitätsampel, Limit, Negativmerkmale | Kreditlimit setzen oder Anzahlung verlangen |
| B2B-E-Commerce | schnelle Checkout-Freigabe | automatisierte Risikoeinstufung | Rechnungskauf freigeben oder Vorkasse anzeigen |
| Finance / Debitoren | Risiko wird zu spät erkannt | Monitoring, Zahlungsverhalten, offene Posten | Limit reduzieren oder Eskalation starten |
| IT / ERP-Team | manuelle Prüfung skaliert nicht | API-Antwort und Prüfergebnis | Freigaberegel automatisieren |
Nutzen Sie Verzugszinsen als Frühwarnsignal: Je häufiger ein Kundensegment in Verzug gerät, desto klarer sollten Zahlungsziele, Kreditlimits und Monitoring-Regeln vor dem nächsten Auftrag definiert werden.
Manuell rechnen, Tool nutzen oder Prozess automatisieren?
Für Einzelfälle reicht oft eine manuelle Berechnung mit dokumentiertem Basiszinssatz und sauberem Verzugstage-Zeitraum. Bei wiederkehrenden B2B-Forderungen ist eine reine Excel-Liste jedoch fehleranfällig: Vertrieb, Finance und Debitorenmanagement arbeiten dann häufig mit unterschiedlichen Informationen.
Welche Option passt zu welchem Prozess?
Entscheidungshilfe für manuelle Prüfung, API und Monitoring.
| Option | Sinnvoll wenn | Grenze | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|
| Manuelle Berechnung | wenige Fälle, klare Dokumentation | keine präventive Risikosteuerung | Fälligkeit und Zinssatz dokumentieren |
| Bonitätsprüfung vor Auftrag | Neukunden oder hohe Warenwerte auf Rechnung | nur Momentaufnahme | Bonitätsprüfung Checkliste nutzen |
| API im ERP/CRM | viele Freigaben oder B2B-Shop-Prozess | Regeln müssen sauber definiert sein | Bonitätsprüfung per API prüfen |
| Monitoring | Bestandskundenrisiken dynamisch sind | braucht klare Eskalationslogik | Bonität des Kunden laufend bewerten |
Was sollte Ihr Unternehmen nach der Berechnung konkret tun?
Ein guter Prozess verbindet Verzugszinsberechnung mit Zahlungssteuerung. Der konkrete Auslöser ist eine überfällige Rechnung oder ein wiederkehrend verspätetes Zahlungsverhalten. Die konkrete Rolle ist meist Finance, unterstützt durch Vertrieb oder E-Commerce. Die konkrete Entscheidung lautet: Wie wird der nächste Auftrag behandelt?
- Finance dokumentiert Fälligkeit, Verzugstage, Zinssatz und offene Forderung.
- Vertrieb prüft, ob weitere Lieferungen oder Angebote für denselben Kunden offen sind.
- Finance und Vertrieb entscheiden gemeinsam über Kreditlimit, Zahlungsziel, Anzahlung oder Vorkasse.
- E-Commerce oder IT übersetzt die Regel bei Bedarf in Checkout-, ERP- oder CRM-Freigaben.
- Debitorenmanagement legt fest, ob Monitoring für den Kunden oder das Segment aktiviert wird.
Quellen und Methodik
- Deutsche Bundesbank: Basiszinssatz nach § 247 BGB.
- § 286 BGB: Verzug des Schuldners.
- § 288 BGB: Verzugszinsen und Verzugsschaden.
- Boniforce Inkassokosten-Rechner für die Einordnung weiterer Verzugskosten.
Für die nächste Entscheidung helfen Zahlungsausfall vermeiden und Kreditlimit automatisieren.
Häufige Fragen zu Verzugszinsen im B2B
Wie kann ich Verzugszinsen berechnen?
Nutzen Sie die Formel Forderungsbetrag mal Zinssatz mal Verzugstage geteilt durch 365. Der Zinssatz ergibt sich aus dem Basiszinssatz plus fünf Prozentpunkte bei Verbrauchern oder plus neun Prozentpunkte bei B2B-Entgeltforderungen.
Welcher Basiszinssatz gilt 2026?
Die Deutsche Bundesbank weist ab 1. Januar 2026 einen Basiszinssatz von 1,27 Prozent aus. Der Wert wird halbjährlich angepasst und sollte vor einer konkreten Berechnung geprüft werden.
Wann entstehen Verzugszinsen?
Verzugszinsen entstehen erst, wenn eine Geldforderung fällig ist und der Schuldner in Verzug geraten ist. § 286 BGB regelt, wann Verzug durch Mahnung, kalendermäßige Fälligkeit oder die 30-Tage-Regel eintreten kann.
Was ist im B2B anders als bei Verbrauchern?
Bei B2B-Entgeltforderungen beträgt der gesetzliche Verzugszinssatz neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Bei Verbrauchern sind es fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
Reicht es, Verzugszinsen zu berechnen?
Nein. Verzugszinsen ordnen den Schaden nach Verzug ein. Für B2B-Unternehmen ist wichtiger, vor Lieferung zu entscheiden, ob Rechnungskauf, Kreditlimit, Anzahlung, Vorkasse oder Monitoring sinnvoll ist.

